Traumafolgestörungen

Seit ungefähr 20 Jahren beschäftigt die Wissenschaft sich mit den „Wunden der Seele“. Diese Wunden entstehen dann, wenn wir Ereignisse erleben müssen, für deren Verarbeitung uns keine vertrauten Muster zur Verfügung stehen.

Dies können Unfälle, Überfälle, Übergriffe oder andere Erlebnisse sein, die uns in eine existenzielle, lebensbedrohliche Situation bringen. Man spricht dann von einer „traumatischen Erfahrung“.  Ein Trauma ist eine seelische Wunde. Das wissenschaftliche Fachgebiet heißt Psychotraumatologie und ist mit seinen gerade mal 20 Jahren noch sehr jung.

Wie bei anderen Wunden, so gibt es auch beim seelischen Trauma unterschiedliche Heilungsverläufe. Wir Menschen besitzen Abwehr- und Selbstheilungskräfte, die häufig zur vollständigen Gesundung ausreichen.

In manchen Fällen aber kann die Seele sich, so ganz auf sich allein gestellt nicht erholen. In der traumatischen Situation hat sich der ganze  Organismus  auf Alarmbereitschaft gestellt, ein natürliches „Notfallprogramm“ eingeschaltet, das er nun aus sehr unterschiedlichen Gründe nicht mehr ausschalten kann, obwohl die Gefahr eigentlich „vorüber“ ist.

Zurück bleiben dann Albträume, starke Ängste, immer wiederkehrendes Erleben (Flashbacks) des traumatischen Ereignisses, körperliche Symptome, Schlafstörungen und häufig völlige Rückzüge aus den sozialen Kontakten. Der Schrecken scheint dann kein Ende zu finden, wir kennen nicht die Auslöser (Trigger) die uns ohne Vorwarnung wieder in Angst und Schrecken versetzen. Wir haben die Kontrolle verloren, unsere  verwundete Seele erkennt sich selbst nicht mehr. Dann spricht man von einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Es ist sehr hilfreich, wenn wir dann wissen, warum unser Körper und unsere Seele so reagieren, wie sie es tun. Wir wollen uns dann schützen und das Erlebte um keinen Preis nochmal erleben. Unser Bedürfnis nach einem „sicheren Ort“ ist das Wichtigste überhaupt.

In einer traumazentrierten  Beratung geht es darum, diesen Ort und das Gefühl der Sicherheit wieder zu finden, die eigenen Reaktionsweisen auf die traumatische Situation besser zu verstehen und allmählich wieder eigene innere Stärke zu empfinden.

Vielleicht ist es dann möglich, eine traumaspezifische Therapie in Angriff zu nehmen, die mit unterschiedlichen Methoden helfen kann, das Trauma zu bearbeiten. Vielleicht ist die „offene seelische Wunde“ dann aber auch schon durch den Beratungsprozess mit einer ausreichend starken Haut überzogen und so weit abgeheilt, dass der Schrecken nach und nach ein Ende finden kann.

Geholfen haben uns dann Psychoedukation, Entspannungstechniken, Imaginationsübungen und gezielte Techniken, die Kontrolle über den eigenen Körper und die Gedanken zurück zu erobern.  Dies sind die Methoden der traumazentrierten Beratung!

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